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Das 3-4-3 System wird von Mannschaften gespielt, die schnellen Offensivfußball spielen wollen. So nutzen beispielsweise der FC Barcelona, die Nationalmannschaften von Chile und Ecuador in Südamerika, Atalanta FC oder Chelsea FC immer wieder diese Formation. Sie unterstützt je nach Interpretation sowohl das auf Ballbesitz ausgelegte als auch das eher umschaltorientierte Spiel.

Raumaufteilung

Die 3-4-3 Formation hat einen starken Fokus auf die vordere Reihe (3 Stürmer) und das Mittelfeldzentrum (häufigste Formation: Raute). Mit der Raute lässt sich die Mitte des Spielfeldes sehr gut beherrschen. Dafür wird die defensive Außenbahn, d.h. die Außenverteidigerposition vernachlässigt.

Defensive: Pressingarten und -varianten (Beispiel Mannschaften)

In der Defensive eignet sich das System vor allem für sehr hohes Pressing (Angriffspressing oder Mitteldelpressing). Die drei Stürmer in vorderster Front können direkten Druck auf die gegnerische Verteidigung ausüben, indem sie offensiv attackieren und 1 gegen 1- Situationen provozieren (direktes mannorientiertes Pressing). Dabei kann sowohl im Zentrum als auch auf den Außenbahnen attackiert werden.Ähnlich wie beim 4-3-3 System bietet es sich für das Mittelfeldpressing an, den Gegner ins Zentrum zu lenken, da man hier mit 4 Spieler gut gestaffelt den Ballgewinn realisieren kann. Dazu werden die Außenverteidiger isoliert bzw. die Passwege auf dem Flügel entlang der Linie zugestellt.Dies lässt sich erstaunlich gut durch den jüngsten Atalanta-Sieg gegen Napoli mit 4: 2 in der Serie A veranschaulichen. Im dritten Tor kann Luis Muriel hoch oben auf dem Spielfeld Ballbesitz erlangen, um die letzte Linie anzugreifen und ein schönes Tor zu erzielen.

Das zwingt den Gegner, nach hinten oder schräg nach innen zu spielen. Häufig wird dann auch aus der Not heraus der Ball nach vorne geschlagen. Hierdurch wird ein effektiver Spielaufbau unterbunden. Spielt der Gegner kurz ins Zentrum, kann der ballferne Außenstürmer gegebenenfalls noch zusätzlich unterstützen.Rückt das Mittelfeld eng hinter die Stürmer auf, kann man effektiv Gegenpressing spielen. Der Gegner wird nach einem Ballgewinn sofort wieder attackiert, bevor er kontrolliert aufbauen kann. Hier muss die Mannschaft vor allem darauf achten, den Gegner nicht in die Flügelräume spielen zu lassen, wo die eigene Mannschaft aufgrund der mangelnden Absicherung der Außenbahn am verletzlichsten ist.

Offensive: Typische Spielzüge

Barcelona spielt im Spielaufbau mit hohem Risiko, indem sie die drei Innenverteidiger weit auseinanderziehen und so auch mit einer Dreierkette die Breite des Platzes abdecken. Das führt aber dazu, dass die eigentlich geringe Breite des Spielsystems teilweise ausgeglichen wird.Das Angriffsspiel ist im 3-4-3 im Mittelfeld sehr stark auf das Spiel im Zentrum ausgelegt. Das heißt, häufig wird mit schnellem, variablen Kurzpassspiel kombiniert. Durch einen Sechser vor der Abwehr, zwei Außenspieler, die auf der Halbposition agieren und einen Zehner in Rautenformation lassen sich in der Offensive variabel Passdreiecke bilden.

Sie können in Chelsea Sieg über Atlético Madrid sehen, wie sie die umgekehrten Flügelspieler einsetzen, um die gegnerische Abwehr in Gefahr zu bringen.Verfügt man über technisch starke und taktische versierte Einzelspieler mit einem guten Gespür für Räume und Passwege, kann man so den Gegner über Ballbesitzfußball bespielen. Bei Barcelona war das etwa in der Saison 2017/2018 das Mittelfeld mit Busquets (6), Iniesta (li), Roberto (re) und Rakitic (10). Dieses Mittelfeld versucht dann im richtigen Augenblick die individuell starken Angreifer in Szene zu setzen (bei Barca z. B.: Neymar, Suarez, Messi). Diese versuchen, über die Flügel erfolgreiche 1 gegen 1-Aktionen zu starten und ihr Tempo und technische Perfektion im Dribbling zu nutzen.Eine spezielle taktische Variante im Angriff, die auch im 3-4-3 sehr gut spielbar ist, ist das Spiel mit einer sogenannten “falschen Neun”. Dabei spielt der zentrale Angreifer (“Neun”) nicht vorne in der Spitze, sondern agiert immer wieder aus dem Mittelfeldzentrum heraus. Das hat zwei Effekte: Er entzieht sich so situativ der Bewachung durch einen gegnerischen Innenverteidiger und er erhöht zusätzlich die ohnehin schon vorhandene Dominanz im Mittelfeldzentrum.

Besonderheiten bei Positionsgruppen

Das 3-4-3 System lebt als sehr offensives Spielsystem zunächst von der Effektivität und Torgefährlichkeit der Sturmreihe. Im 3-4-3 sind die Spieler auf dem Flügel meistens auf sich allein gestellt, weil kein Außenverteidiger hinterlaufen kann.Hier muss die Mannschaft annähernd gleichstark besetzt sein. Zu den Voraussetzungen gehören außergewöhnliche technische Fähigkeiten, Ballkontrolle in höchstem Tempo und die Fähigkeit, sich im 1 gegen 1 durchzusetzen, auch auf engstem Raum. Hinzu kommt ein Gespür für das richtige Timing bei Läufen in die Tiefe hinter die gegnerische Abwehr. Eine weitere Besonderheit ist das Spiel mit der Mittelfeldraute. Sie wird auch im 4-4-2 System mit Raute eingesetzt, allerdings mit weniger offensiver Schlagkraft gepaart. Die größte Gefahr dabei ist die eines Ballverlustes bei diesem offensiv ausgelegten System.Mit wenig Absicherung nach hinten kann jeder Ballverlust in der Mittelfeldzone zum Torabschluss des Gegners führen. Deshalb ist das Ziel, den Ball möglichst schnell in die vordere Reihe (und damit weit weg vom eigenen Tor) zu tragen, um dann wieder Gegenpressing Positionierungen einnehmen zu können.Die defensive Dreierkette muss mit Spielern besetzt sein, die sowohl defensiv stabil spielen als auch nach vorne einen sicheren Spielaufbau beherrschen und Impulse setzen können. Ein Beispiel dafür ist Gerard Pique. Das 1,93m große Eigengewächs des FC Barcelona ist ein vielseitiger Defensivspieler mit starkem Offensivdrang, der bei Standardsituationen auch für Torgefahr sorgen kann.Gerade bei einer sonst eher kleingewachsenen Mannschaft kann das ein wichtiger Faktor sein, der ein Spiel entscheiden kann. Sein hervorragendes Passspiel sorgt dafür, dass das zentrale Mittelfeld in gute Positionen kommt, um Torchancen herauszuspielen.

Stärken und Schwächen (Anwendung)

Mit den richtigen Einzelspielern kann man über die offensiven Außenpositionen effektiv Torgefahr entwickeln. Das gilt insbesondere, wenn sie von den Mittelfeldspielern auf den Halbpositionen als Anspielstation unterstützt werden. Dennoch ist die Bedeutung der individuellen Fähigkeiten der Außenspieler hoch.Hier ist ein Tor, das die Roma an diesem Wochenende gegen Fiorentina erzielt haben, wo Karsdorp, der Außenverteidiger, eine schöne Vorlage für das Siegtor liefert.

Die Mittelfeldraute ist die wahrscheinlich beste Möglichkeit, im Zentrum zahlenmäßig überlegen und optimal gestaffelt zu sein. Dieses 1-2-1 lebt davon, dass die Spieler die Halbräume nutzen und so die Räume zwischen den gegnerischen Reihen öffnen.Genauso hilft das Besetzen der Halbräume, die Zwischenräume zwischen Außen- und Innenspielern des Gegners auszunutzen, wenn deren Abstand situativ zu groß ist.Das 3-4-3 System empfiehlt sich nur, wenn man absolut offensiv spielen möchte. Dafür ist man auf starke Einzelspieler angewiesen und nimmt diese Abhängigkeit und das Ungleichgewicht der Raumaufteilung in Kauf. Gelenkte Pressingvarianten werden in diesem System eher eine geringe Rolle spielen.Schafft es die gegnerische Mannschaft, die Mittelfelddominanz durch gute Pressingarbeit zu unterbinden, kehrt sich die Stärke dieses Systems in eine deutliche Schwäche um. Die Defensivarbeit wird dann herausfordernd, insbesondere, wenn man Flügelaktionen des Gegners nicht unterbinden kann.

Varianten: Das 3-4-3 mit einer Viererkette im Mittelfeld

Nominell auch ein 3-4-3 System, aber völlig anders interpretiert ist das Spiel mit einer Viererkette im Mittelfeld. In dieser Variante, die man ggf. zum Sichern eines Ergebnisses einsetzen kann, agieren die Reihen ähnlich dem 4-4-2 mit Viererkette im Mittelfeld.Die Viererkette im Mittelfeld sorgt dafür, dass man die defensiven Außenbahnen besser abdecken kann. Jedoch würde man hier wahrscheinlich eher zu einem echten 4-4-2 greifen, das noch mehr defensive Stabilität bringt. Insofern ist das 3-4-3 System mit Raute im Mittelfeld ein seltenes, aber gerade deshalb hoch interessantes System, das enorme Anforderungen an die Qualität des Kaders stellt.

Trainingsschwerpunkte

Das 3-4-3 System lädt dazu ein, das Ballbesitzspiel im Mittelfeldzentrum zu trainieren. Die Zusammenarbeit der Raute mit den möglichen Raumaufteilungen und Positionswechseln bietet viele Ansatzpunkte für die gruppentaktische und individualtaktische Arbeit im Training.Hinzu kommt das Training des Spiels in die Spitze. Hier sollte man sowohl die Individualaktionen der Außenstürmer als auch das Spiel mit der zentralen Spitze berücksichtigen.Als dritten sinnvollen Schwerpunkt kann man das 3-4-3 als Grundformation nutzen, um Grundformationen und Abläufe im Gegenpressing zu erarbeiten und zu trainieren. Dabei achtet man zunächst auf die richtige Position aller Spieler in der Nähe des Balles (Grundformation) um dann Auslöser und Ablauf der Gegenpressingaktion zu trainieren. Ein typischer Auslöser ist etwa, dass der Gegner nicht direkt nach vorne spielen kann, weil er in Richtung eigenes Tor schaut.Hier ist eine Übung, die Ihnen hilft, die umgekehrten Flügelspieler in einer Situation von 1 gegen 1 zu trainieren.

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