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Das 4-3-3 System wird von vielen Profimannschaften in der Champions League und internationalen Ligen gespielt. Wahrscheinlich ist es derzeit das häufigste Spielsystem. So spielen unter anderem Borussia Dortmund, der FC Bayern München, Real Madrid, Manchester City und auch Paris Saint Germain oft in diesem System.

Raumaufteilung

Das Spielsystem ist harmonisch in Breite und Tiefe aufgeteilt. Hinter der Dreiersturmreihe, die die gesamte Breite des Feldes abdecken kann, spielt ein eher mittenorientierter Mittelfeldblock in variabler Tiefenstaffelung. Die Außenverteidiger der Viererkette sorgen mit den Außenstürmern dafür, dass die Außenbahn doppelt besetzt ist.

Defensive: Pressingarten und -varianten

In der Defensive kann das System für verschiedene Pressingarten und Varianten sehr gut eingesetzt werden, obwohl es nominell sehr offensiv ausgerichtet ist. Die drei Stürmer können den Spielaufbau des Gegners effektiv stören. Beispielsweise können sie die Außenverteidiger aus ihrer Grundposition direkt anlaufen und im Ballbesitz stören (direktes mannorientiertes Pressing).Spielt man im 4-3-3 gelenktes Mittelfeldpressing, kann eine effektive Variante sein, den Spielaufbau des Gegners ins Zentrum zu lenken. Das bedeutet, dass die Außenstürmer die gegnerischen Außenverteidiger zustellen oder isolieren, so dass der Innenverteidiger wahrscheinlich ins Zentrum spielt. Hier können dann die drei zentralen Mittelfeldspieler (fallweise unterstützt durch einen der Stürmer) den Ball gewinnen. Hier kann es sogar ein Mittel sein, den eigenen Außenverteidiger sehr hoch agieren zu lassen, um den Raum im Halbfeld zu verengen. Die drei anderen Verteidiger rücken dafür ins Zentrum. Man nutzt bei diesen Varianten die Stärke des zentralen Mittelfeldblocks.Ebenfalls möglich, aber stark abhängig von der Qualität der Außenverteidiger, ist, dem Gegner die Außenbahn freizumachen, damit er entlang der Linie an den Flügel spielen kann. Ist der Außenverteidiger dann eng an seinem Gegner, wird dieser es schwer haben, nach vorne aufzudrehen und eine gute Anschlussaktion wird unwahrscheinlich. Rückt einer der zentralen Mittelfeldspieler nach Außen, kann er seinen Außenverteidiger unterstützen.Wenn die Sturmreihe nicht zu breit spielt im Angriff und die Spieler dahinter den Raum permanent verengen, ergeben sich im 4-3-3 gute Stellungen für Gegenpressing. Dazu müssen das zentrale Mittelfeld und die Außenverteidiger (zumindest ballnah) weit aufrücken. Wird diese Stellung überspielt, besteht jedoch höchste Torgefahr.

Offensive: Typische Spielzüge

Das Offensivspiel lässt sich im 4-3-3 System sehr variabel gestalten. Sowohl über das Zentrum als auch über den doppelt besetzten Flügel sind Spielzüge möglich. Viele Spitzenmannschaften setzen darauf, ihre Außenstürmer in aussichtsreiche 1 gegen 1- Situationen gegen gegnerische Verteidiger zu bringen und diese erfolgreich zu nutzen.Da die Stürmer oft sehr hoch agieren, liegt die Hauptlast des Spielaufbaus auf der Viererkette und dem zentralen Mittelfeld. Hier benötigt man hervorragende Einzelspieler, die als Trio gut zusammen funktionieren. Sie müssen mit variablen Positionswechsel Bewegung in das eigene Spiel bringen, so dass die Viererkette permanent auch im Zentrum Anspielstationen hat.Eine Variante im Aufbauspiel ist, dass einer der Mittelfeldspieler seitlich abkippt während der Außenverteidiger entlang der Linie hoch schiebt. Der Außenstürmer wird dem Außenverteidiger ein wenig Platz machen, indem er nach Innen ausweicht.Dadurch ergeben sich neue Kombinationsmöglichkeiten: Raum für den Außenverteidiger am Flügel, eine Anspielstation für den Innenverteidiger im seitlichen Halbraum, ohne dass er einen langen (risikoreichen) Pass spielen muss.Dieses Wechselspiel - Außenverteidiger rückt auf, Außenstürmer fällt in den Halbraum zurück - ist eine typische Variante im 4-3-3 System. Sie basiert auf den großen Abständen, die für freie Räume sorgen, wenn der Gegner nicht extrem kompakt verteidigt.

Besonderheiten bei Positionsgruppen

Um das 4-3-3 System effektiv spielen zu können, benötigt man “echte” Außenstürmer. Beispielsweise in Deutschland herrscht hier ein großer Mangel. Einzig Leroy Sané und Marco Reus stechen hier heraus. Sie verfügen über außergewöhnliche technische Fähigkeiten, können den Ball in höchstem Tempo beherrschen und setzen sich im 1 gegen 1 durch. Darüber hinaus haben sie ein gutes Timing beim Lauf in die Tiefe.

International finden sich einige Weltklassespieler auf den Außenstürmerpositionen: Angel Di Maria, Kylian Mbappé, Neymar, Christiano Ronaldo, Mohamed Salah und der vielfache Weltfußballer Lionel Messi. Auch Arjen Robben, ausgebildet nach der niederländischen Außenstürmerschule, und der Franzose Frank Ribéry konnten auf dieser Position ihre Akzente setzen. Sie alle zeichnen sich durch absolut perfekte Ballbehandlung in höchstem Tempo und auf engstem Raum aus. Hinzu kommt, dass alle diese Spieler sich im Dribbling gegen einen oder mehrere Gegenspieler durchsetzen können.Und sie alle haben ein Gespür für den richtigen Quer- oder Rückpass im und am gegnerischen Strafraum, so dass sie neben vielen eigenen Toren auch viele Assists verzeichnen können. Spielt man als Trainer offensiv ein 4-3-3 System, so setzt man auf die individuelle Stärke der Sturmreihe und nicht so sehr auf die Bedeutung des Mannschaftsspiels. Das heißt nicht, dass die Stürmer nicht auch taktische Aufgaben zu übernehmen haben.Um die Außenstürmer bzw. die Offensivreihe einsetzen zu können, benötigt man ein extrem gut organisiertes zentrales Mittelfeld. Neben der Stabilität im Aufbau müssen der oder die Achter die Außenstürmer auf den Halbpositionen unterstützen, damit sie am Flügel nicht isoliert werden. Ein solches Mittelfeld führt etwa Barcelona mit Rakitic, Busquets und Arthur (alternativ Arthuro Vidal). Alle Spieler sind jederzeit in der Lage, die Sturmreihe durch intelligentes Positionsspiel und gut getimte Läufe in die Tiefe und Breite zu unterstützen zu verknüpfen.

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