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Um gegen gegnerisches Mittelfeld- oder Angriffspressing zu bestehen - zumindest gegen in etwa gleichstarke Teams - braucht man möglichst viele Informationen über die bevorzugten Pressingvarianten des Gegners.Spielt er Angriffs- oder Mittelfeldpressing und in welchen Räumen attackiert er je nach Spielsituation? Auf Basis intensiver Gegnerbeobachtungen kann man sich seinen Matchplan zurechtlegen und effektive Gegenmaßnahmen entwickeln. Das braucht Zeit und Geduld, kann sich aber lohnen, vor allem für entscheidende Spiele.

Grundformation

Um dem Gegner möglichst wenig Chancen für einen schnellen Zugriff zu geben, bietet es sich an, sich möglichst breit und tief zu staffeln, ohne die Verbindungen zwischen den Mannschaftsteilen zu verlieren. So hat der Gegner lange Laufwege, um pressen zu können, vor allem beim Angriffspressing.Von der Spielanlage sollte man es auf dieser Grundlage vermeiden, in enge Situationen hineinzuspielen. Das Passspiel sollte also nicht im Kurzpassbereich, sondern eher - wenn möglich - über mittlere Distanzen geschehen (bei breiter Staffelung passiert das fast automatisch).

Hier sind Spielsysteme mit vier Reihen vorteilhaft, etwa das 4-2-3-1 System oder das 4-1-4-1 System. Weniger gestaffelte Systeme wie das 4-4-2 mit flacher Vier sind eher nachteilig, da weniger Spieloptionen zur Verfügung stehen.Günstig ist es zudem, pressingresistente Spieler im Mittelfeldzentrum aufbieten zu können. Das sind Spieler mit einer hohen Ballsicherheit, die auch in engen und hektischen Spielsituationen sinnvolle Lösungen finden. Davon abgeleitet sollte man es vermeiden, nicht ganz so ballsichere Spieler in gefährliche Situationen mit einer großen Pressinggefahr zu schicken.

Taktische Möglichkeiten gegen Angriffspressing

Greift der Gegner extrem früh an (Angriffspressing), sollte man ihn zunächst lange Wege laufen lassen. Dazu muss der Torwart aktiv in das Aufbauspiel einbezogen werden.

Der Rest der Mannschaft fächert auf und sorgt jederzeit (auch tief in der eigenen Hälfte) für Anspielstationen für den Ballbesitzer.Die angespielten Spieler müssen unter hohem Druck ruhig am Ball bleiben, um den Gegner sich müde laufen zu lassen. Lässt man einige seiner Spieler vorne in der gegnerischen Hälfte, erhöht das für den Gegner das Risiko eines gefährlichen Gegenstoßes, wenn seine Pressingaktion scheitert.Unterbindet der Gegner mit seinem Pressing das Kombinationsspiel von hinten heraus, kann man zu langen Bällen greifen, die vom eigenen Angriff kontrolliert oder weitergeleitet werden. Dadurch muss der Gegner jedes Mal lange kraftzehrende Wege nach Hinten machen.

Taktische Möglichkeiten gegen Mittelfeldpressing

Auch das Mittelfeldpressing lässt sich einfach mit langen Pässen überspielen. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass sich hieraus ein erfolgversprechendes Kombinationsspiel entwickeln lässt.Besser ist es, die typischen identifizierten Pressingmuster des Gegners zu verhindern. Presst er beispielsweise häufig auf den rechten Außenverteidiger (Pressingopfer), kann man das Anspiel auf diesen Spieler vermeiden.Eine weitere mögliche Reaktion ist, einen technisch besonders starken Spieler auf dieser Position einzusetzen, mit dem der Gegner nicht gerechnet hat.Ist die Pressingformation des Gegners nicht kompakt genug, so dass sich Lücken ergeben, sollte man diese nutzen, um eine Reihe zu überspielen und die eigenen Offensivspieler mit Blick auf das gegnerische Tor ins Laufen zu bringen.Das sorgt für Torgefahr und zwingt den Gegner, sein Anlaufverhalten anzupassen, wenn es mehrfach funktioniert.Ein typischer Ball ist der direkte Pass vom Innenverteidiger auf den vom Flügel etwas eingerückten offensiven Mittelfeldspieler, beispielsweise in einer 4-2-3-1 Formation. Kommt dieser an den Ball, kann er auf die zentralen Mittelfeldspieler zurückprallen lassen, die mit Blick auf das gegnerische Tor Tempo aufnehmen können.

Eine weitere Möglichkeit, das Pressing in der Mittelfeldzone auszuhebeln, ist das Abkippen des Sechsers in den Halbraum zwischen Innen- und Außenverteidiger.Rückt ein gegnerischer Mittelfeldspieler heraus, ergeben sich Lücken für den Spielaufbau durch das Zentrum.Bleibt das gegnerische Mittelfeld auf seinen Positionen, hat der Sechser sicheren Ballbesitz und es kommt wahrscheinlich nicht zu einer Pressingsituation.Eine sehr häufig genutzte Variante ist das Hineinspielen in eine relativ enge Spielsituation am Flügel. Dadurch lockt man den Gegner, zu attackieren.Tut er das, verlagert man über die Sechserposition oder mit einem direkten Ball auf den ballfernen Innenverteidiger schnell auf die andere Seite.Dem Innenverteidiger gelingt es dann idealerweise, nicht nur seinen Außenverteidiger, sondern den davor postierten äußeren Mittelfeldspieler oder Außenstürmer anzuspielen, der dann ins Dribbling gehen kann.Da der Gegner bei einer schnellen Verlagerung noch auf die andere Seite verschoben ist, hat man etwas mehr Raum, den man durch eine entschlossene Aktion nutzen kann.

Flexibilität und technische Qualität sind entscheidend

Um gegnerische Pressingsituationen umspielen zu können, kommt es vor allem darauf an, nicht in starren Spielaufbaumustern zu agieren.Denn sonst ist man für die Gegner leicht auszurechnen. Dazu benötigt man technisch gute Spieler, die ein Gespür für Räume haben und kleine Lücken nutzen können.Auf mannschaftstaktischer Ebene können auch einfache Maßnahmen wie Positionswechel oder der Austausch von Spielern dazu führen, dass das gegnerische Pressing wirkungslos wird.

Trainingsarbeit

Das Training von Spielaufbauvarianten, die gegnerisches Pressing aushebeln, ist vor allem ein Training der Flexibilität der eigenen Mannschaft. Über ein Sparringsteam, das möglichst viele Pressingvarianten im Angriffs- und Mittelfeldpressing spielt, lernt die eigene Mannschaft Verhaltensweisen, die beim Umspielen des Pressings helfen. Schwierig ist es jedoch, Pressingmuster des Gegners identisch in die Trainingsarbeit aufzunehmen. Grobe Muster, z. B. die Räume in denen gepresst wird und die Richtung, in die gelenkt wird, lassen sich aber recht gut nachstellen.Ansonsten hat man die Möglichkeit, die Spieler mit Videos und durch die Arbeit an Pass- und Laufwegen auf den Gegner einzustellen. Alle Spielformen, die schnelle Entscheidungen unter hohem Gegnerdruck erfordern, trainieren die notwendigen Fähigkeiten der Spieler und verbessern so indirekt die Chancen, gegen gegnerisches Pressing erfolgreich zu sein."

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