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Die Viererkette ist eine Variante der Abwehrreihe, bei der zwei Innenverteidiger und zwei Außenverteidiger aufgeboten werden. Die Kette bewegt sich sehr häufig im Verbund, wobei die Spieler fast nie auf einer Höhe agieren. Für die Abstände zwischen den einzelnen Spielern der Kette und die Abstände zum Mittelfeld davor kann man nur ungefähre Empfehlungen abgeben: 12-15 Meter nach Vorne und zur Seite). Der “richtige” Abstand ist abhängig von vielen Faktoren, unter anderem der Schnelligkeit der Spieler und den Besonderheiten des gegnerischen Spiels.

Grundprinzipien für die Bewegung der Kette

Erzielt der Gegner Raumgewinn, fällt die Kette mit der gesamten Mannschaft zurück, um keinen Raum in ihrem Rücken zu öffnen.Bei Rückpässen bzw. wenn der Gegner unter Druck gesetzt wird, schiebt die Kette leicht nach vorne (ggf. etwas asymmetrisch), immer mit dem Ziel, die Mannschaft kompakt zu halten und die Räume für den Gegner eng zu machen (ballorientiertes Verschieben).Spielt der Gegner auf eine Seite, ohne Raumgewinn zu erzielen (Querpass), so hält die Kette normalerweise die Höhe und verschiebt seitlich.

Seitliches Verschieben/Sichel und “L” (Querachse)

Beim seitlichen Verschieben wird der Raum auf einer Seite verengt, so etwa, wenn der Gegner den Ball auf den Flügel spielt (in seiner Abwehr-, Mittelfeld- oder Sturmreihe). Der ballnahe Außenverteidiger schiebt auf den Flügel, um zu attackieren bzw. um den Raum an der Linie abzudecken. Die Nebenspieler in der Abwehrkette schieben nach, um den Abstand nicht zu groß werden zu lassen. Geschieht das nicht, ergeben sich Lücken für Bälle in die Tiefe.Dabei ist die Abwehrkette leicht in der Breite und in der Tiefe gestaffelt, so dass sich die Form einer leicht gebogenen Sichel ergibt. Dadurch sichern sich die Spieler der Abwehrkette gegenseitig ab.Neben der Sichelformation, bei der der ballfernste Spieler am tiefsten steht, wird oft auch eine “L”-Formation gespielt. Dabei spielt der ballferne Innenverteidiger (der dritte Spieler in der Reihe) am tiefsten. Der ballferne Außenverteidiger steht wieder ein bisschen höher. Das Argument: So hat man eine geringere Gefahr, dass ein ballferner Spieler das Abseits aufhebt, der dann doch nicht mehr eingreifen kann. Der ballferne Innenverteidiger hat zusätzlich einen besseren Überblick über die Situation, da er näher dran ist.

Herausschieben und Fallenlassen (Längsachse)

Schafft die eigene Mannschaft es, den Gegner unter Druck zu setzen und zu einem Rückpass zu zwingen, so schiebt der ganze Mannschaftsverbund inklusive der Abwehrkette in Richtung Ball nach vorne. Sobald der Gegner die Drucksituation auflösen kann, muss die Mannschaft wieder zurückfallen.Das gilt auch, wenn ein langer Ball wahrscheinlich ist. Die Spieler in der Kette fallen dann vorsorglich in hohem Tempo einige Meter zurück. Kommt der Ball zu kurz, können sie nach vorne attackieren.

Herauslösen aus der Viererkette

Wenn einer der Spieler aus der Kette seinen direkten Gegenspieler bis ins Mittelfeld verfolgt, müssen die verbleibenden Spieler schnell reagieren. Löst sich ein Spieler aus der Kette, entsteht eine Lücke, die dann schnell geschlossen werden muss.Dazu rücken die drei anderen Spieler enger zusammen und bilden situativ eine Dreierkette. Dazu ist eine hohe Aufmerksamkeit und eine gute Abstimmung zwischen den Spielern notwendig.

Übergeben/Übernehmen

Die Spieler in der Viererkette halten sich meist streng an ihre Position. Daraus folgt, dass Gegner, die ihrerseits die Position wechseln, übergeben/übernommen werden.Die Verteidiger geben sich gegenseitig Kommandos, mit denen klar wird, wer gerade für den Gegner verantwortlich ist und wie sich der Gegner bewegt (Beispiel: “DU!” oder “Hinter dir!” oder “Kommt!”).Sobald die Spieler in der Kette ihre Position verlassen, ergeben sich Passmöglichkeiten und Räume für den Gegner.

Abwehrdreieck

Ist einer der Innenverteidiger in einen Zweikampf oder ein Kopfballduell verwickelt, müssen seine Nebenspieler ein Abwehrdreieck bilden. Sie rücken schräg nach Innen ein, um zu verhindern, dass Passwege in die Tiefe offen sind bzw. der Ball “durchrutscht” und von einem Gegner erlaufen wird.

Um das gut umsetzen zu können, müssen die Spieler in der Kette sich ständig gegenseitig coachen. Nur mit klaren Anweisungen seiner Mitspieler weiß jeder Spieler zu jeder Zeit, was er zu tun hat, ob er attackieren oder zurückfallen soll.

Die Rolle des Torwarts beim Spiel mit Abwehrkette

Beim Spiel mit einer Abwehrkette hat der Torwart eine besonders wichtige Rolle. Er muss relativ weit vor seinem Tor spielen, um Schnittstellenpässe durch die Viererkette erlaufen zu können. So spielt er als eine Art Libero hinter der Abwehrkette. Als ersten spielenden Torwart in Deutschland, der als solcher in Erscheinung trat, lässt sich Jens Lehmann bezeichnen.Unter anderem wegen seiner größeren Fähigkeiten im Mitspielen und mehr Erfahrung im Spiel mit einer Abwehrkette erhielt er bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland den Vorzug vor Oliver Kahn.

Zusammenspiel mit dem Mittelfeld

Eine Viererkette ist dann am verwundbarsten, wenn der Gegner frei auf die Abwehrkette zulaufen kann. Dann ist das Mittelfeld überspielt und die Abwehrkette unter direktem Druck. Dann ist selbst bei gutem Verhalten der Abwehrspieler keine effektive Verteidigung möglich. Die Kette funktioniert nur im direkten Zusammenspiel mit dem (defensiven) Mittelfeld. Die Aufgabe des Mittelfeldes ist es, direkten Druck auf die Abwehrkette zu verhindern und gezielte Anspiele auf die gegnerischen Stürmer zu unterbinden, vor allem im Zentrum.Werden die Stürmer dennoch angespielt, müssen die Mittelfeldspieler sofort nach Hinten attackieren und versuchen, den Ball wieder zu gewinnen (Doppeln). Der Innenverteidiger stellt den Gegner nur und verhindert einen direkten Durchbruch.

Erarbeiten/Erlernen der Viererkette

Als Grundlagentraining für die Viererkette ist es ideal, mit 2 gegen 2-Situationen bzw. dem “Verteidigen zu zweit” anzufangen.Dabei lernen die Spieler, sich gegenseitig zu coachen und den richtigen Abstand und das passende Timing beim gegenseitigen Absichern. Ist das Verhalten stabilisiert, kann man einen weiteren Spieler hinzunehmen und das 3 gegen 3 inklusive des Abwehrdreiecks trainieren.Im 3 gegen 3 kann man auch die Grundsituation für eine Sichel (Ball am Flügel) erarbeiten.Schließlich trainiert man die Verhaltensweisen der gesamten Abwehrkette im Zusammenspiel. Das bedeutet, man trainiert im spielgemäßen Raum (Spielfeldbreite und Position auf dem Feld) und mindestens im 5 gegen 5 (Viererkette + 1 Mittelfeldspieler).Denn das Spiel der Viererkette ergibt nur Sinn, wenn man auch das Zusammenspiel mit dem defensiven Mittelfeld (Sechser) beachtet. Will man das gesamte Defensivverhalten der Mannschaft im Training verbessern, sollte man eine Spielform im 8 gegen 8 bis zum 11 gegen 11 wählen.

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